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Zurück in die Zukunft




„Aus Lügen, die wir glauben, werden Wahrheiten, mit denen wir leben.“
(Oliver Hassencamp, Jugendbuch- und Romanautor)



Unsere Gesellschaft ist nicht schon immer von Vätern und Männern dominiert worden. Erst seit der späten Jungsteinzeit ist das so.
Bis dahin prägte nämlich die Matrifokalität das Zusammenleben der Menschen. Das ist aber KEINE prähistorische Höhlenkultur gewesen, sondern war sogar noch das Gesellschaftsmodell in der ersten Hochkultur Europas, der „Donauzivilisation“ * und ** (Attribute der Matrifokalität waren akephal, egalitär, friedlich, naturverbunden, kinderfreundlich, Frauen und Mütter in zentraler Rolle).

Der Doppelpack aus Erfindung von Ackerbau und Viehzucht und Entdeckung der Sexualität vor 12.000 Jahren löste allerdings bei den Männern eine damals völlig neue Denk- und Handlungsweise aus (Habgier, Machtstreben, Gewalt) *** und ****, was schließlich zu ihrer Ablösung durch das Patriarchat vor etwa 7.000 Jahren führte – der „Väterherrschaft“ wie wir es heute kennen. Seitdem wird dieser soziologische Epochenwechsel gemeinhin geflissentlich übersehen.
Doch angesichts der enormen Probleme von heute ist die Matrifokalität wieder ein Modell für die Zukunft.





* siehe das Buch „Das Rätsel der Donauzivilisation“ von Harald Haarmann, S. 147 ff.

** zum Vergleich: Der Parthenon der Athener Akropolis ist fast 2.500 Jahre alt, Rom wurde vor etwa 2.800 Jahren gegründet (Wikipedia)

*** siehe dazu das jungsteinzeitliche „Massaker von Talheim“ (z.B. Wikipedia), das als einer der ersten Kriegsschauplätze der Menschheitsgeschichte gilt

**** siehe das Buch „Archäologie und Macht“ von Gabriele Uhlmann, S. 9, 30, 53