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Am Anfang war der Gebärneid *




„Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.“
(Deutsches Sprichwort)



Der kleine Unterschied bei Mann und Frau war im Grunde schon immer da. Trotzdem wussten unsere Vorfahren in der Jäger-und-Sammler-Zeit nicht, wie eigentlich Kinder gemacht werden. Das änderte sich erst, als sie vor etwa 12.000 Jahren die Viehzucht erfanden, und die gehaltenen Tiere bei der Fortpflanzung beobachteten.

Mit der Entdeckung der Sexualität als Ursache für eine Schwangerschaft war allerdings auch der Auszug aus dem Paradies von uns (die Sesshaftwerdung) besiegelt. Denn die Männer konnten sich zwar als die wahren Schöpfer fühlen (weil der Schwangerschaft einer Frau ja immer ein Beitrag/Zeugen vom Mann vorausgeht **), aber um ihren Gebärneid zu kompensieren, suchen sie seitdem bis heute nach schöpferischer Anerkennung außerhalb der Natur – z.B. mit dem Bau der antiken 7 Weltwunder oder der ersten Städte wie Jericho ***.





(Inspiriert wurde diese Skizze von dem Buch „Archäologie und Macht: Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte“ der Archäologin und Patriarchatsforscherin Gabriele Uhlmann)


* Empfindung eines Mangels, die sich beim Mann durch das Nicht-gebären-Können einstellt (Duden)

** der Phallus (in Form des ausgestreckten Zeigefingers) macht den Mann zum Schöpfer - DAS wollen die weltbekannten Fresken von Michelangelo „Die Erschaffung der Sonne, des Mondes und der Pflanzen“ und „Die Erschaffung Adams“ in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans den Betrachter glauben machen,
siehe auch die Paradiesgeschichte in der Bibel: Erstes Buch Mose (Genesis), Kapitel 3
- der Baum der Erkenntnis ist die symbolische Vorstellung von einem Geschlechtsakt, bei der ein Phallus (ein erigierter Penis) wie ein Baumstamm in der Baumkrone (der Vagina) steckt und das Leben in sie hineingibt (woraufhin sie erst Frucht hervorbringen kann),
- die Schlange steht symbolisch für den ewigen Kreislauf des Lebens/die selbstbestimmte Mutter Natur

*** siehe z.B. Wikipedia